Silvesterlauf Graz 2011

Die Weihnachtszeit hat für mich immer eine besondere Note, schließlich fällt mein Geburtstag auf den 24. Dezember. Heuer war es noch dazu die 40. Wiederkehr meiner Geburt. Während ich mich in meiner Zeit als Fußballer zu Silvester mehr den Feierlichkeiten widmete, ist das Laufen und somit diese Laufveranstaltung mittlerweile zu einer guten Gewohnheit in meinem Leben geworden. Dieser Lauf gibt mir neben einer netten Abwechslung zum Silvestertrubel auch einen guten Anhaltspunkt über meinen körperlichen Zustand. Da mich die Feierlichkeiten über Weihnachten wieder einmal ein bisschen in Mittleidenschaft gezogen hatten, verkürzte ich mein Vorhaben von 10 auf 5 Kilometer, was den Vorteil hatte, dass ich einen direkten Vergleich zum Vorjahr haben würde.

Der Wettergott zeigte sich den Silvesterläufern wieder einmal von der gnädigen Seite. Obwohl sich die Sonne 30 Minuten vor dem Start ohne ersichtlichem Grund versteckte, fanden rund 900 Läuferinnen und Läufer bei ca 0 ° C ideale Silvesterlaufbedingungen vor. Im Vorjahr hatte es noch waxe minus 10 Grad gehabt und so gestaltete sich das ganze Unterfangen in diesem Jahr weit aus angenehmer.

Wieder einmal mit etwas Verspätung ging es dann also los, direkt am Mariahilfer Platz am Grieskai – “Richtung Bruck und Leoben”, wie der sweete Moderator meinte. Und wieder einmal stobte die Meute los also ob es kein Morgen mehr geben würde. Vielleicht war es die maue Trainingswoche, vielleicht Routine (ich wäre froh, wenn es das Letztere gewesen wäre), die mich vom allgemeinen Startsprint abhielt und so absolvierte ich meinen ersten Kilometer in unanstrengenden 3:29 Minuten – eine Sekunde unter meinem Gesamtschnitt. Zu meiner vollsten Zufriedenheit konnte ich ein ausgezeichnetes Körpergefühl wahrnehmen, was sich auch in einem lockeren Schritt bemerkbar machte. Nach ca 1.200 Metern hatte sich dennoch eine deutliche Lücke zur Gruppe vor mir aufgemacht. Ich fand mich ziemlich exponiert – keine gute Position, schon gar nicht über eine kurze Distanz. Tempomacher wäre nicht schlecht, dachte ich mir. Dieser kam, wie gerufen, alsdann gleich von hinten – hurtig und flink an mir vorbei spurtend. Gut ausgestattet und deutlich jünger. Idealer Hase, dachte ich mir und hängte mich in dessen Windschatten. Das irritierte ihn sichtlich.

Ein Zwischensprint brachte nur ca fünf Meter Abstand, den ich locker wieder zu lief. Permanente Blicke auf die Uhr, die mehr dem Rückraum als dem Zeitmesser zuzuordnen waren, sagten mir, dass hier ebenfalls zu viel Selbstvertrauen am Werk waren. Nach der Kalvarienbergbrücke auf den ersten Metern des Schwimmschulkai ließ ich ihn dann hinter mir. Er sollte nicht der Einzige bleiben. Einige Läufer vor mir begannen einzubrechen – deutlich.
Als es dann auf die Herrengasse ging konnte ich das Feld vor mir sehr gut überblicken. Ich hatte ca 60 Sekunden Rückstand auf die Spitzengruppe und etwa die Hälfte auf eine weitere größere Gruppe – beide jedoch deutlich außer Reichweite.

Vor mir waren immer noch zwei Läufer in unmittelbarer Schlagdistanz. Einer begann auf der Gegengerade Richtung Murgasse zu schwächeln und es war nicht notwendig, noch mehr Speed zu machen, um ihn einzuholen. 300 Meter vor dem Ziel befand sich ein weiterer Läufer nur noch ca 5 Meter vor mir. Jean-Pierre stand vor dem Kunsthaus und feuerte mich an. Während seine Anfeuerungsrufe in der Sackgasse noch deutlich (positive) Wirkung gezeigt hatten, konnte ich mich jetzt nicht mehr überwinden. Ich war an meinem Tageslimit angekommen. Auf Schlusssprint hatte ich keine Lust. Den Kampf Mann gegen Mann habe ich zur Gänze während meiner Fußballkarriere ausgekostet. Im Laufen kann ich mich dazu kaum noch aufraffen. Hätte ich jedoch gewusst, dass es sich um den ersten Platz in der AK M-40 handelte, hätte ich es vielleicht probiert, die fünf Meter oder zwei Sekunden gut zu machen. Aber, wie wir alle nur zu gut wissen: Hätti Wari ist Finne und lebt in Tampere. Über den zweiten Platz in der AK M-40 war ich dann ebenso überrascht wie zufrieden auch wenn die Zeit für mich viel wichtiger war.

War ich über exakt dieselbe Strecke im Jahr 2010 noch in 17:55 Minuten gelaufen, so konnte ich mich 2011 (Garmin zeigte 5,02 km) um ansehnliche 25 Sekunden oder 5 sek/km steigern. Das bedeutete auch eine Verbesserung von fast 15 Sekunden zu den 17:44 min, die ich bei den Akademischen Meisterschaften im Mai auf der Bahn gelaufen war. Für mich war das dann auch der wahre Gradmesser, denn die Platzierung ist doch immer abhängig vom Teilnehmerfeld und dadurch nur ein äußerst relativer Anhaltspunkt.

Somit konnte ich mit einer passablen Leistung über eine kurze Distanz das sehr erfolgreiche Laufjahr 2011 – mit neuen Bestzeiten über die Marathon– und Halbmarathondistanz und dem Vizemeistertitel im Teambewerb bei den ÖM im Marathon – ausklingen lassen, was ich zusammen mit Susi, Jean-Pierre und Bernie Rath mit einigen Bieren auch gebührend feierte.

Endergebnis Silvesterlauf Graz 5 km:

  1. Rene Masser 16:13 min
  2. Manuel Sölkner 16:18 min
  3. Philipp Streibl 16:28 min
  4.  Paul Stüger 16:52 min
  5. Marcel Baranyai 16:56 min
  6. Thomas Potzinger 17:03 min
  7.  Mario Ulz 17:04 min
  8.  Steve Pauritsch 17:15 min
  9. Werner Leitner 17:28 min
  10. Christoph Potzinger 17:30 min
  11. Mario Riemer 17:36 min
  12. Alois Harrer 17:41 min
  13. Alexei Zenkov 17:41 min
  14. Andreas Tisch 18:05 min
  15. Wolfgang Rominger 18:15 min
  16. Sebastian Tscheinig 18:36 min
  17. Juan Carlos Furthmaier 18:48 min
  18. Stefan Galler 18:51 min
  19. Wolfgang Holzmeister 18:54 min
  20. Lajos Szalo 18:59 min

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