VCM – noch 5 Tage

Eine weitere intensive Marathonvorbereitung läuft unwiderruflich auf ihren Höhepunkt zu. Noch sind es fünf Tage bis zu meinem elften Lauf über die klassische Marathondistanz, noch sechs Nächte für guten Schlaf, dem für mich – und ich glaube, für jeden Läufer – wichtigsten Regenerationsinstrument.

Ich blicke auf eine Vorbereitungszeit zurück, die in ihrem Verlauf der Topographie des Boston Marathons mit verkehrten Vorzeichen ähnelt: ein ständiges Auf und Ab, mit einer, zum Glück, positiven Aufwärtsentwicklung. Vor allem der Februar stellte aufgrund recht großer Arbeitsanforderungen eine bisher nicht gekannte Herausforderung für mein Training dar, die ich, rückblickend, sehr gut gemeistert zu haben vermeine. Ausschlaggebend dafür waren Geduld – nicht unbedingt meine Stärke – und die immer stärker werdenden Fähigkeit den Signalen meines Körpers Vorrang vor dem Trainingskalender einzuräumen. Anfang März lief ich dabei noch deutlich hinter meinen Zeiten aus 2011 hinterher, dafür scheint diesmal das Formtiming für den VCM etwas besser zu stimmen als 2011. Wir werden sehen.

Trainingstechnisch waren vor allem die letzten drei Märzwochen sehr fruchtbar. Einen kleinen Rückschritt musste ich durch sechs Seminartage innerhalb von 10 Tagen akzeptieren. Das viele Stehen tat meinen Füßen und Muskeln alles andere als gut und es brauchte fünf Tage bis ich mich wieder frisch fühlte.

Als letzter Anhaltspunkt dienten drei Mal zwei Kilometer im Marathonzieltempo, die ich gestern Abend mit einem Kilometerschnitt von 3:50 – 3:55 min/km gelaufen bin. Und dieser Lauf stimmt mich ob der guten  Pulswerte und der Spitzigkeit für Sonntag sehr zuversichtlich. Jetzt gilt es, Stress zu minimieren und Erholung und Schlafqualität zu maximieren. Dann sollte bei meinem zweiten Antreten in Wien – meinen ersten Marathon lief ich ebenfalls dort, 2007, in 3:15:59 Std – eine gute Leistung möglich sein.

Als Ziel habe ich mir einen negativen Split gesetzt. Im Auge habe ich auch eine Verbesserung meines persönlichen Rekordes, aufgestellt am 12. April 2011 in Linz in 2:46:32 Std. Ob das möglich ist, wird sich nach rund 15 Kilometern zeigen.

Die Wetterprognose hört sich vielversprechend an: 13 °C und leichter Regen. Wenn der Wind sich bis zu Mittag gedulden kann, dann sind das Bedingungen, die mir sehr liegen dürften. Aber Temperaturen hin und Wind her – das schöne am Laufen ist, dass die Wahrheit einzig am Asphalt zu finden ist. Die Bedingungen sind für alle Läufer gleich und erfolgreich sind jene, die mit den Bedingungen am Besten umgehen können, die daraus das Bestmögliche machen. Auch wenn ein Marathon vordergründig den Körper zu fordern scheint, das wesentlichste über Erfolg und Misserfolg entscheidende Detail ist im Kopf des Athleten zu finden: sein Denken, die mentale Verarbeitung der Umstände – vor allem dann wenn der Körper müde und der Sauerstoff knapp werden.

Meine Vorbereitungsstatistik:

Beginn der achtwöchigen Intensivvorbereitung am 20.02.2012

Gesamt: 824 Kilometer, 65:47 Stunden, 8 Läufe über 40 km seit 01.01.2012

Gesamtumfang 2012 (Stand 10.04.2012): 1.650, 86 Einheiten, Kilometerschnitt pro Einheit: 19.1 km

 

Share