Nahrung für’s Laufen

Was wir in unsere Köpfe lassen beeinflusst unsere Motivation in einem Maße, das man nicht für möglich halten würde. Denn Motivation und Commitment passieren uns nicht, wie etwa das Wetter, noch hängen sie von unseren Launen ab, wie man vielleicht meinen mag. Es ist genau umgekehrt. Unsere Stimmung hängt von unserer Motivation ab und diese wird bestimmt von den (Gedanken-)Prozessen in unserem Kopf.

Wie schlechtes oder schweres Essen unseren Organismus und Stoffwechsel belastet, so belastet schlechte oder negative intellektuelle Kost unsere Psyche. Das betrifft sowohl den privaten als auch den beruflichen Teil unseres Lebens – und natürlich auch den Sport.

Ich bin leidenschaftlicher Läufer. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich es schaffe, jeden Tag in die Laufschuhe zu schlüpfen und zu laufen. Für viele ist das unvorstellbar. Oder sie schreiben es einer beruflichen Tätigkeit zu, die einem viele freie Stunden ermöglicht. Bei Berufssoldaten und Polizisten soll das ja tatsächlich der Fall sein. Angeblich leben die im Läuferparadies: bezahltes Lauftraining.

Als Selbständiger habe ich natürlich mehr Freiheiten, mein Training zu gestalten, als ein Angestellter. Jedoch würde es auch für mich nichts Leichteres geben, als eine Erklärung (oder Ausrede – wie man’s nimmt) zu finden, nicht laufen zu gehen.

Das hat nicht’s mit dem Beruf zu tun sondern einzig damit, dass wir Menschen einfach gerne die Umstände verwenden, um unsere Meinung zu bestätigen. Und selbst wenn wir Zeit hätten, laufen zu gehen, dann könnten uns noch tausende immer weitere Gründe einfallen, es nicht zu tun – und bei sehr vielen tauchen diese Gründe dann tatsächlich in ihren Köpfen auf. Dann ist es entweder zu heiß oder zu kalt, zu nass oder zu trocken, zu spät oder zu früh; man hat zuwenig oder zuviel gegessen, getrunken, geschlafen, gedehnt und so weiter.

Daran ist nichts verwerfliches, denn wenn so gedacht wird, dann hat der Denker tatsächlich recht, übersieht dabei aber auch, dass er auch anders denken könnte und müsste, wollte er laufen gehen. Unsere Gedanken bestimmen nicht nur unsere Realität sondern auch Zukunft. Tatsächlich ist es, besonders wenn es um das Laufen geht, so, dass zuviel Denken nicht immer zuträglich ist; im seltensten Fall ist es das. Denn viel Denken erhöht die Chance, einen Gedanken zu denken, der einen Grund liefert, es nicht zu machen.

Deshalb ist der erste Ratschlag, den man als Laufanfänger von einem routinierten Läufer bekommt: “Denke nicht nach, zieh Dir die Schuhe an und lauf einfach los!” Denn wenn man einmal unterwegs ist, dann gibt es kein zurück mehr. Und dann läuft man auch und ist nachher mit sich und der Welt im Reinen.

Aus einem Lauf wird jedoch noch keine gute Gewohnheit. Dafür braucht es mehr. Eben die richtigen Gedanken zur richtigen Zeit. Qualität hat hier wiederum Vorrang vor Quantität. Aber wie schafft man das? Diese Frage bringt mich zurück zum Beginn dieser Zeilen. Man schafft es, wenn man die richtige Gehirnnahrung aufnimmt – durch Bücher zum Beispiel.

Ich stehe am Beginn einer neuen Marathonvorbereitung und gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Motivation für das harte Training aufzubauen. Daher lese ich gerade in dieser Zeit verstärkt Literatur, die mich zum Training und Laufen motiviert und versuche alles zu meiden, dass motivationshemmend wirken könnte.

Motivierende Laufbücher zu finden ist nicht immer leicht. Aber es gibt sie und ist der Schüler bereit, so erscheint auch der Meister. Ich hatte geplant, den Kärnten Läuft Viertelmarathon zu laufen. Da dieser aber mitten in meine Marathonvorbereitung fällt, sagte ich die Teilnahme ab und musste so auch mein bereits gebuchtes Zimmer stornieren. Ich teilte meiner Vermieterin mit, dass ich nicht kommen würde. In ihrer freundlichen Antwort wies sie mich auf Laufbuch hin, von dem ich bereits gehört hatte, das sogar in meinem Bücherregal stand, das ich aber noch nicht gelesen hatte. Sie meinte, dass es sich dabei um ein großartiges und vor allem sehr motivierendes Buch handle.

Diesen Impuls hat es gebraucht, um das Buch aus dem Regal zu holen und mit dem Lesen zu beginnen. Erst war ich etwas skeptisch, aber bald ließ mich dieses Buch nicht mehr los. In wenigen Tagen nur hatte ich es ausgelesen und war begeistert.

Wahre Motivation war das und genau die Nahrung für meinen Kopf, die es jetzt braucht, um die harten Tempoeinheiten in großer Hitze zu absolvieren. Es verwundert wenig, dass dieses Buch zu einem Klassiker in der Laufgemeinde geworden ist. Jedem ambitionierten Läufer oder Laufbeginner sei es wärmstens ans Herz gelegt.

Mehr darüber in Kürze hier.

 

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