Steir. Akademische Meisterschaften

Am Mittwoch, 11.05.2011, standen die Steirischen Akademischen Meisterschaften über 5.000 m auf der Bahn am Programm. Gelaufen wurde am USI Rosenhain, ein wirkliches Heimrennen für mich. Nur eine halbe Woche nach dem anstrengenden Welschlauf, musste ich in den Tagen vor dem Lauf voll auf Regeneration setzen, um einigermaßen frisch zu diesem Rennen antreten zu können. Vor allem die Bergabpassagen am Welsch hatten mir muskulär ziemlich zugesetzt. Besonders betroffen waren die Muskulatur entlang der Schienbeine und die vordere äußere Oberschenkelmuskulatur.

Am Montag verzichtete ich daher auf eine Laufeinheit, radelte gemütlich eine Stunde am Rad aus und konnte sogar eine Massage kurzfristig organisieren. Für eine Cranio von Sylvia blieb leider keine Zeit mehr. Aber auch die Massage trug sehr zu einer raschen Regeneration bei.

Relativ fit machte ich mich an diesem sonnigen Nachmittag auf zum USI Rosenhain. Die Strecke von unserer Wohnung zum USI nutzte ich zum Warmlaufen. Dort angekommen hatte sich bereits ein kleines Grüppchen Läufer zusammengefunden und wärmte fleißig auf. Andy Graz, Teamkollege vom Runningteam Stefflhof, war gerade noch rechtzeitig eingetroffen und gemeinsam machten wir uns bereit für den Start. Ungefähr 30 Läufer und 2 Läuferinnen folgten dem Starkommando von Prof. Udo Beyer. Bei strahlendem Sonnenschein, leichtem Wind und 25 °C ging es los. Und das ziemlich flott. Ein Läufer bildete sich augenscheinlich ein, er könnte die 5.000 m durchsprinten. Leider ließ ich mich hinreißen und begann ebenfalls viel zu schnell. Die ersten 200 m lief ich in 32 Sekunden, den ersten Kilometer in 3:10 Minuten. Das sollte sich rächen. Meine Oberschenkel gingen regelrecht auf, wie man im Läuferjargon so sagt. Ich musste Tempo raus nehmen, um nicht schon nach zwei Kilometern zu stehen. Der zweite Kilometer wurde mit 3:30 Minuten beendet. Dort schloss ich zum Sprinter vom Start auf – er büßte noch mehr als ich für das hohe Anfangstempo. Einen halben Kilometer lang nutzte ich seinen Windschatten, um ihn dann fünf Runden vor Schluss locker zu überholen.

Zur Halbzeit des Rennens hatte ich mein Pulver aber vollends verschossen und konnte nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Nach 3:35 Minuten am dritten Kilometer war ich dann meinen dritten Platz in der Gesamtwertung und den ersten Platz in der AK-2 los. Manfred Puffing joggte locker an mir vorbei. Meinen Versuch, an ihm dran zu bleiben, musste ich nach nicht einmal einer halben Runde wieder aufgeben. 3:40 Minuten waren um rund 15 Sekunden langsamer als Puffings vierter Kilometer. Er hatte sich mittlerweile gut hundert Meter von mir abgesetzt. Durch meinen unüberlegten Start war für mich nach vorne längst nichts mehr möglich und so galt es am letzten Kilometer, meinen Platz zu halten. 3:44 Minuten am fünften Kilometer reichten locker für den 5. Gesamtrang, den zweiten Rang in der AK-2 und somit für die Silbermedaille.

Mit Andy Graz, der mit sehr starken 18:31 Minuten dritter in der AK-2 wurde, lief ich noch eine halbe Stunde ausgiebig plaudernd aus, um dann noch der kurzen aber feinen Siegerehrung beizuwohnen.

Rückblickend war dieser 5.000 m Lauf eine wertvolle Erfahrung für mich; es war mein erster Versuch über diese Distanz und mein erstes Rennen auf der Bahn. Für zukünftige Läufe dieser Art durfte ich eine Menge lernen und freue mich schon, es im nächsten Jahr noch besser zu machen. Denn 5 x 3:32 Minuten zählen für mich weit aus mehr als 3:10, 3:30, 3:35, 3:40 und 3:44  – am Anfang schnell laufen kann jeder, ein Rennen gewinnt man jedoch kaum am Anfang und Spaß macht’s auch keinen, wenn man sein Pulver zu früh verschießt und sich allen Möglichkeiten entledigt, das Tempo am Schluss noch zu erhöhen.

Das Ergebnis

1. Hannes Riedenbauer 16:46 min (allg. Kl.)
2. Philipp Streibl 16:54 min (allg. Kl.)
3. Manfred Puffing 17:11 min (AK-2)
4. Hannes Noll 17:16 min (allg. Kl.)
5. Christoph Potzinger 17:44 min (AK-2)
6. Maciej Lubienicki 18:05 min (AK-1)
7. Wolfgang Rabitsch 18:21 min (AK-1)
8. Andreas Gratz 18:31 min (AK-2)
9. Franz Brückler 19:31 min (allg. Kl.)
10. Walter Vogel 19:51 min (AK-2)

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